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Der Waschbär als Haustier – eine gute Idee?

Eigentlich sieht der Waschbär sehr niedlich aus: Sein wuscheliges Fell, das so putzige Gesicht mit der charakteristischen schwarzen Maske über den dunklen Knopfaugen und die winzigen Pfoten. Die perfekte Wahl also für Familien, die nach einem neuen und außergewöhnlichen Gefährten zum Kuscheln und Spielen sind? Die klare Antwort lautet: Nein!

Die Niedlichkeit und das freundliche Aussehen lassen es vielleicht nicht direkt erahnen, doch der Waschbär hat es faustdick hinter den Ohren und ist kein einfaches Haustier. Als Wildtier liebt er seine Unabhängigkeit, er braucht viel Raum und ist vor allem kaum erzieh- oder domestizierbar.

Der Kleinbär hat hohe Ansprüche an seinen Lebensraum. Gewiss ist der Waschbär ein außergewöhnliches Haustier, doch bevor Sie sich entscheiden, sich einen Waschbären zuzulegen, sollten Sie sich über einige Dinge im Klaren sein.

In diesem Beitrag lesen Sie alles zum Thema Waschbär Haltung und was es zu Bedenken gibt, bevor Sie die Worte „Waschbär kaufen“ in Ihrem Kopf Realität annehmen lassen.

Waschbär als Haustier

Der Waschbär – ein Wildtier

Einen Waschbärwelpen oder auch ein ausgewachsenes Tier darf niemand einfach so halten. Da er ein Wildtier ist und der Waschbär somit als Haustier einige Ansprüche hat, müssen Sie unbedingt vor der Anschaffung eine Genehmigung einholen und nachweisen, dass das neue Heim des Tieres einige Vorgaben erfüllt.

Haben Sie keinen großen Garten, dürfte der Traum „Waschbär als Haustier“ schnell zerplatzen. Denn nach offiziellen Leitlinien für artgerechte Haltung muss das Gehege für zwei Waschbären 24 m² groß sein. Das Gehege muss außerdem nach bestimmten Vorgaben gestaltet sein und etwa Kletter- und Bademöglichkeiten aufweisen.

Informieren Sie sich vor der Anschaffung beim Landratsamt Ihrer Gemeinde oder Region genau zu allen Vorgaben, sonst kann Ihnen schnell eine Anzeige drohen. Dem zuständigen Landratsamt müssen Sie den Bauplan des geplanten Geheges für den Waschbären vorlegen.

Ein Sachkundiger wird sich das mögliche neue Zuhause des Tieres ansehen und entscheiden, ob es als artgerechter Lebensraum für das Tier passt. Das Prozedere für die Genehmigung kostet Sie natürlich einiges – je nach Landratsamt unterschiedlich.

waschbär haltung

 

Haltung eines Waschbären

Ein Waschbär ist bei seiner Haltung besonders anspruchsvoll. Der Waschbär ist auch als Haustier ein sehr neugieriges Tier. Überall sucht er nach Essen, knabbert alles an, was im in die Krallen kommt und klettert mit großem Geschick an allem hoch, was er findet.

Auch mit seiner nachtaktiven Lebensweise ist er wohl in keiner Privatwohnung gut aufgehoben. In einem Wohnraum ist das Wildtier deshalb nicht gut aufgehoben. Im Nu hätte er sämtliche Zimmerpflanzen und Möbel zerstört. Um sich wohl zu fühlen, benötigt der Kleinbär ein großes Außengehege. Schließlich ist er in der Natur in großen Wäldern heimisch.

Sie sollten außerdem niemals den Waschbären alleine halten. Befinden sich sehr intelligenten Tiere allein in Gefangenschaft, werden sie schnell aggressiv und sogar depressiv. Sie müssen jedoch nicht unbedingt einen zweiten Waschbären anschaffen, sondern können ihn auch mit einem großen, kräftigen Hund zusammenhalten.

Kleine Hunde könnte der Waschbär, vielleicht auch unbeabsichtigt beim herumtoben, verletzen. Außerdem muss der Waschbär als Welpe mit dem Hund zusammengeführt werden, damit ein anschließendes harmonisches Zusammenleben zwischen Hund und Kleinbär funktionieren kann.

Waschbär als Haustier

 

Waschbär Haltung: Kein Haustier für Kinder

Der Waschbär steht Hunden oder Katzen in nichts nach, wenn es darum geht, Menschen Verletzungen zufügen. Waschbären sind Raubtiere. Fühlen sie sich bedroht oder eingeengt, beißen sie auch mal zu und zwar mit erschreckend spitzen Zähnen. Und selbst, wenn er nur spielen will, kann der Waschbär manchmal sehr rabiat sein und zu kräftig ausholen.

Wer sich ausmalt, er könnte den Kleinbären wie einen Hund erziehen, liegt falsch, denn „Waschbär“ und „Zähmen“ sind zwei unvereinbare Begriffe. Aus diesem Grund sollte man Kinder nicht zu nah an das Tier lassen. Zum Streicheln und Kuscheln sollten Sie lieber ein anderes Haustier für die Familie wählen.

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Ein Waschbär ist nicht zu kaufen

Ein Waschbär lässt sich in keiner seriösen Zoohandlung kaufen. Eine Option, einen Waschbär als Haustier zu finden, wäre, einen ausgesetzten Welpen aufzunehmen. Immer wieder passiert es, dass ein Welpe von seinen Eltern verstoßen wird.

Unter diesen Umständen könnte die Haltung bei Menschen die einzige Möglichkeit für das Tier zum Überleben sein. Auch unter diesen Umständen sind die Vorschriften vom zuständigen Landratsamt jedoch unbedingt zu berücksichtigen.

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Was Sie sonst noch wissen müssen

Waschbären werden in Gefangenschaft zwischen 12 und 16 Jahre alt. Vor der Aufnahme sollten Sie daher überlegen, ob sie für einen solche langen Zeitraum auch für das Tier sorgen können.
Während vieles rund um den Waschbären eher kompliziert ist, ist er bei seiner Nahrung zum Glück alles andere als schwierig. Denn der Allesfresser macht seinem Namen alle Ehre.

Essensreste wie Pizza sollten Sie ihm nicht verfüttern, denn die verträgt er nicht gut, auch Schweinefleisch ist ungesund für den Waschbären, doch ansonsten ist er mit Hundefutter, Obst, Früchten oder auch Insekten glücklich.

Weiterhin sollten Sie in engem Kontakt zu einem Tierarzt stehen, der sich mit Wildtieren und ihren Eigenschaften auskennt, und Ihnen gelegentlich mit Rat zur Seite stehen kann. Besonders aggressives Verhalten von Männchen können Sie mit einer Kastration entgegenkommen.


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