Ratten als Haustier - Alles was Du wissen musst

Unser Verhältnis zu Ratten war lange vorbelastet. Viele verbinden diese süßen Nager bis Heute mit Krankheiten und ekeln sich vor ihnen. Viele wissen nicht: es existieren zwei Rattenarten – Hausratten und Wanderraten.

Die Hausratte prägte das schlechte Bild der Ratten als Schädling. Sie verbreitete Krankheiten wie die Pest und gilt als Nahrungsmittelschädling.

Die Wanderrate hingegen ist uns als Haustier bekannt. Sie wird auch netterweise als „Farbratte“ bezeichnet. Sie wurde durch spezielle Züchtung den Anforderungen eines Haustiers angepasst.

Alles in diesem Beitrag ist auf die Wanderrate bzw. Farbratte bezogen.

In diesem Beitrag:

Steckbrief - Ratte als Haustier

Das Wichtigste auf einen Blick

Ratte als Haustier

Artgerechte Haltung

Ratten werden mindestens zu zweit in einem Käfig gehalten. Die Größe des Käfigs richtet sich natürlich nach der Anzahl der Tiere. Für zwei Exemplare sollte der Käfig mindestens 80 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch sein. Außerdem sollte er sich über mindestens zwei Ebenen erstrecken.

Ratten sind Dämmerungsaktiv. Sie eignen sich daher besonders gut für berufstätige und Kinder. Die Ratten schlafen, während die Kinder aus dem Haus und die Eltern arbeiten sind. Abends sind sie dann wieder aktiv – perfekt um sich ein wenig auszutoben.

Wenn die Ratten sich jedoch mal verkriechen und keine Lust auf spielen haben, sollte ihnen der Freiraum gewährt werden. Andernfalls können sie auch mal etwas zickig werden und zubeißen.

 

Lebenserwartung

Ratten als Haustiere haben leider eine sehr geringe Lebenserwartung. Selbst bei optimalen Haltungsbedingungen werden sie nur 1,5 – 3 Jahre alt.

Zusätzlich leiden die kleinen Nager unter vielen (nicht übertragbaren) Krankheiten. Umso älter eine Ratte wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Tumoren, Ohrenentzündungen oder Atemwegsinfekten zu erkranken. 

Dies sollte man vor allem dann im Hinterkopf haben, wenn man den Verlust seines geliebten Haustiers nur schwer verkraften kann. Dies gilt vor allem für Familien mit Kindern.

In unserem Beitrag Lebenserwartung von Ratten gehen wir noch genauer auf das Thema ein.

Anschaffung - welche Ratte und woher

Du bist davon überzeugt, dass eine Ratte genau das richtige Haustier für dich und deine Familie ist? Dann hast du einige Möglichkeiten, woher du die kleinen Nager holst:

Zoofachgeschäft: Grundsätzlich eine gute Anlaufstelle. Hier findet man in der Regel gesunde Tiere, welche Geschlechtergetrennt aufgewachsen sind – so nimmt man auch nicht versehentlich eine trächtige Rattendame mit nach Hause!

Notfallvermittlung: Tierheime, Kleinanzeigen u.a. haben häufig aufgrund von unachtsamen Haltern viele kleine Rattenbabys zu vermitteln. Hier tun Sie dem Tier und dem Anbieter etwas gutes.

Privatverkauf: Auch ein Züchter kann gesunde Tiere anbieten. Achten Sie hier besonders auf die Zuchtumstände wie Sauberkeit, Geschlechtertrennung und Zustand der Tiere.

In unserem Artikel Wo kann man eine Ratte kaufen? beantworten wir genau diese Frage und zeigen, worauf Du bei der Auswahl achten solltest.

Fellpflege & Pflege Allgemein

Grundsätzlich und entgegen einiger Vorurteile sind Ratten sehr reinliche Haustiere. Sie putzen sich mehrmals am Tag selbst. Lediglich kranke und alte Tiere lassen ihre Hygiene manchmal etwas schleifen. Hier muss man als Halter Aufmerksamkeit beweisen und dem kleinen Fellknäul helfen.

Sollte es aufgrund eines kleinen Unfalls mal zu einer groben Verschmutzung des Fells kommen, sollte man ebenfalls handeln und das Fell umgehend putzen.

Eingewöhnung

Der bereits fertig eingerichtete Käfig kann direkt von den neuen Bewohnern bezogen werden. Zur Eingewöhnung sollten sie zunächst einen Tag in Ruhe gelassen werden. Einige Nager wollen aber sofort Kontakt aufnehmen – was auch okay ist.

Falls es nicht so ist kannst du am nächsten Tag versuchen die Ratten mit einem kleinen Snack aus den Verstecken zu locken. Sei nicht traurig, falls sie noch nicht herauskommen wollen. Einige Tiere benötigen einfach mehr Zeit.

Ratten & Kinder

Ratten sind zwar super Haustiere für Kinder, aber sie sind kein Spielzeug. Kinder können ihre Bewegungen und ihr Verhalten manchmal noch nicht ausreichend einschätzen und könnten so – wenn auch unbeabsichtigt – die kleinen Nager verärgern oder verletzen. 

Kleinkinder bis 3 Jahren sollten nur unter strenger Aufsicht Kontakt zu den Ratten haben. Um die Kinder darauf vorzubereiten eignen sich Kuscheltiere. Erst nach erfolgreichen testkuschlern darf die Ratte selbst berührt werden.

Im Grundschulalter können Kinder bei der Pflege der Tiere behilflich sein. So lernen sie den Umgang gemeinsam mit den Eltern.

Ab 12 Jahren können Kinder selbstständig für die Ratte als Haustier sorgen. Natürlich solltest Du als Elternteil trotzdem immer mal ein Auge darauf werfen!

Zahnkontrolle

Die Vorderzähne der Ratte sollten von Dir regelmäßig kontrolliert werden. Hierzu kannst Du ein Leckerli verwenden, um einen Blick auf die Zähne zu erhaschen. 

Die hinteren Zähne wirst Du nicht allein kontrollieren können. Das sollte ein Tierarzt für dich übernehmen. 

Solltest du bemerken, dass eine deiner Ratten nicht mehr richtig frisst, kann ein kurzer Blick auf die Zähne bereits sehr aufschlussreich sein.

 

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