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Das müssen Sie beachten, wenn Sie einen Fuchs als Haustier halten wollen

Im Internet ist er seit einiger Zeit eine echte Sensation: ein zahmer Fuchs als Haustier, der wie ein Hundewelpe spielt, mit seinem Menschen kuschelt und sogar an der Leine spazieren geht.

In der Regel stammen diese außergewöhnlichen Haustiere aus Russland, wo sie im Rahmen eines Forschungsprogramms zur Domestizierung bereits seit etwa 50 Jahren gezüchtet werden. Dort sind inzwischen auch Füchse erhältlich, deren Fell wie bei ihren entfernten Vettern, den Haushunden, eine ungewöhnliche Färbung aufweist, die in der Natur nicht vorkommt.

Wilde Füchse dürfen in Deutschland nur in seltenen Ausnahmefällen gehalten werden, und auch wer einen domestizierten Fuchs als Haustier halten will, muss strenge Auflagen einhalten.

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Ein Fuchs beim Sonnenbad auf der Veranda

Darf man einen Fuchs als Haustier halten?

Für die Haltung von Wildtieren wie Füchsen gelten hierzulande strenge Regelungen. Wenn Sie einen angefahrenen Fuchs am Straßenrand oder verlassene Jungtiere finden, dürfen Sie diese nicht einfach nach Hause mitnehmen und dort aufpäppeln.

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Beim kuscheln mit dem Haus-Fuchs

Da sie wie andere Wildtiere auch unter das Jagdrecht fallen, kann diese eigentlich gut gemeinte Hilfe hohe Bußgelder nach sich ziehen. Es sind jedoch Ausnahmegenehmigungen möglich, wenn nachgewiesen kann, dass sowohl die notwendige Sachkunde als auch ein ausreichend großes Gehege für den Fuchs vorhanden ist.

Auch wenn Sie einen zahmen Fuchs als Haustier in Deutschland halten wollen, sind zahlreiche Formalitäten notwendig. Noch vor dem Import aus Russland muss der zuständige Amtstierarzt eine Haltegenehmigung ausstellen. Um diese zu erhalten, müssen Sie ebenfalls nachweisen, dass Sie ein ausreichend großes und für die artgerechte Haltung eines Fuchs geeignetes Gehege besitzen.

Außerdem muss an Ihrem Wohnort ein Wildtierarzt erreichbar sein. Nur wenn die entsprechenden Unterlagen beim Zoll vorgelegt werden, ist der Fuchs als Haustier erlaubt und kann nach Deutschland eingeführt werden.

Wie muss ein Fuchsgehege aussehen?

Auch bei dem Bau des Geheges müssen hinsichtlich Größe und Ausstattung gesetzliche Richtlinien eingehalten werden.

Ein Fuchspaar muss eine Fläche von mindestens 30 m² zur Verfügung haben, und für jeden weiteren Fuchs müssen 3 m² addiert werden. Da auch zahme Füchse letztendlich noch immer Wildtiere sind, muss sichergestellt werden, dass sie aus dem Gehege nicht ausbrechen können.

Deshalb muss es rundherum mit einem stabilen Drahtzaun gesichert werden, der mindestens 2,5 m hoch ist. Damit die Füchse ihn nicht mit Springen oder Klettern überwinden können, sollte die Oberkante des Zauns nach innen abgeschrägt sein.

Da Füchse auch hervorragend graben können, benötigt der Zaun zudem ein massives Betonfundament, das einen Meter oder mehr in den Boden hinabreicht. Als Schutz vor Kälte und Regen benötigt ein Fuchs als Haustier darüber hinaus mehrere bequeme Schlafboxen.

Wie muss ein Fuchs gefüttert werden?

Gerade die in unterschiedlichen Farbschlägen gezüchteten Füchse wirken auf den ersten Blick zwar wie kleine Hunde, aber ihre Ernährungsbedürfnisse unterscheiden sich deutlich von diesen.

In der Wildnis fressen Füchse vor allem kleine Nagetiere, aber auch am Boden brütende Vögel oder deren Eier sowie Insekten, Würmer und Früchte. Deshalb ist das herkömmliche Hundefutter für sie unbekömmlich.

Stattdessen kann ein Fuchs als Haustier mit Küken und Mäusen, die von Spezialhandlungen tiefgefroren vertrieben werden, oder selbst gekochtem Geflügel gefüttert werden. Auch Katzenfutter, das mit Gemüse gemischt wurde, eignet sich für Füchse.

Da Füchse allerdings nicht alle pflanzlichen Lebensmittel vertragen, sollten Sie die Fütterung im Vorfeld auf jeden Fall mit dem zuständigen Wildtierarzt besprechen.

Wie verhält sich ein Fuchs?

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Ein frei lebender Fuchs

Wenn Sie einen Fuchs halten wollen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass sich ihr Verhalten grundlegend von dem eines Hundes oder einer Katze unterscheidet.

Füchse werden zwar Menschen gegenüber nicht aggressiv, aber selbst die zahmen Exemplare, die aus russischer Zucht stammen, sind nicht menschenbezogen. Sie sind lediglich nicht scheu und lassen sich bis zu einem gewissen Maß erziehen. Von sich aus mit ihrem Besitzer kuscheln möchten sie aber nicht.

Die fehlende Anhänglichkeit machen sie aber durch ihre Lebendigkeit und ihre Spielfreude durchaus wett. Spielzeug wie Bällchen, Kauknochen, Kuscheltiere, Rascheltunnel und sogar Stöckchen wird von ihnen gerne angenommen.

Beim Spielen zeigen sie sich äußerst behände, und an ihren typischen Sprüngen, mit denen sie in der freien Natur ein Beutetier fangen würden, kann man noch immer das Wildtier erkennen. Auch an ihrem Revierverhalten wird das noch deutlich.

Wenn Sie Ihren Fuchs gelegentlich in Ihre Wohnung lassen, kann es vorkommen, dass er dort die Wände oder Möbel mit Urin markiert.

Was kann ein zahmer Fuchs lernen?

Ein Fuchs benötigt sehr viel Abwechslung und Bewegung, um glücklich zu sein. Dies lässt sich dafür nutzen, um ihm verschiedene praktische Dinge beizubringen.

Besonders sinnvoll ist es, den Fuchs frühzeitig an ein Geschirr zu gewöhnen. Damit wird es möglich, mit ihm an der Leine spazieren zu gehen, so dass er nicht nur den notwendigen Auslauf hat, sondern auch immer wieder neue Sinneseindrücke bekommt.

Wenn Sie einen besonders gelehrigen Fuchs halten, kann er auch lernen, sich auf Handzeichen hinzusetzen oder andere Kommandos auszuführen, wie das auch bei Hunden üblich ist. Außerdem können manche Füchse darauf trainiert werden, in der Wohnung ein Katzenklo zu benutzen.

Das ist allerdings deutlich zeitaufwändiger als bei einer Katze und gelingt auch nicht immer. Je mehr Sie sich mit Ihrem Fuchs beschäftigen, desto zutraulicher wird er aber und desto mehr kann er auch lernen.